Vom 27. Juli bis 6. August 2026 fand die 53. Internationale Rally des Vintage Gliding Clubs in Arnborg/Dänemark statt. Hier trafen sich (neben 83 freiwilligen Helfern aus den örtlichen Vereinen) über 200 Piloten, Freunde und Angehörige jeglichen Alters aus 16 Nationen mit ihren 69 historischen Segelflugzeugen in Holz- oder Gemischtbauweise, vom „Hol’s der Teufel“ (Nachbau) über Minimoa, Goevier, mehrere Grunau Baby, Olympia-Meise, Weihe, DFS-Habicht, Sagitta, Standard-Austria, diverse Ka6, Zugvogel und SF27, und Doppelsitzer wie der dänische G2 Schulgleiter, Condor IV, Kranich II und III, Slingsby T21, Bocian, Bergfalke II und III, Ka2, Ka7 und ASK13. Und dazwischen unsere SB10, ein „modernes“ Segelflugzeug – ob das zwischen die schönen alten Holzflugzeuge wohl passen würde? Und was werden die anderen Teilnehmer dazu sagen? Historisch bedeutsam ist die SB10 ja auch, als weltweit erstes Flugzeug mit einem tragenden Flügel in CFK-Bauweise, erster Hochleistungs-Doppelsitzer der Offenen Klasse und erstes Segelflugzeug mit einer vermessenen besten Gleitzahl von über 50. Und auch, wenn man es ihr nicht ansieht, hat sie inzwischen schon 54 Jahre unter ihren Flügeln – mehr als die Zeit von den Anfängen des Segelflugs beim ersten Rhönwettbewerb 1920 bis zu ihrem Erstflug 1972. Und eine historische Verbindung der Akaflieg zu Arnborg gibt es auch, denn hier hatte Gerhard Stich 1969 bei der Dänischen Meisterschaft mit der SB8 den 1. Platz belegt.

Warten auf den Windenstart. Auf dem hinteren Sitz Frank Risvig aus Billund, der uns im Frühjahr 1972 beim Bau der SB10 in Braunschweig besucht hatte
Nachdem uns der Präsident des VGC, Markus Klemmer, und die Arnborger Rally-Gastgeber auf unsere vorsichtige Anfrage willkommen geheißen hatten, machte ich mich mit der SB10 am Haken auf den Weg. Mit dabei waren auch weitere Alte Damen und Herren der Akaflieg mit ihren Oldtimer-Flugzeugen Minimoa, Goevier und Ka6. Bei teilweise strömendem Regen dauerte die 500 km-Fahrt von Braunschweig mehr als 9 Stunden. Danach war das schlechte Wetter aber vorbei, und es folgten neun Tage mit angenehmen Temperaturen und oft zwar viel Wind, aber sehr guter Thermik mit Wolkenstraßen. Arnborg liegt mitten in Jütland, etwa 150 km nördlich von Flensburg. Wenn man einige Kilometer nach Westen oder Osten vorflog, konnte man die Nordsee mit dem Ringkøbing-Fjord oder die Ostsee mit dem Belt sehen, und das alles im Gleitwinkel von Arnborg.


Das Segelflugzentrum Arnborg hat einen sehr großen Flugplatz mit mehreren Vereinen, darunter der „Dansk Svæveflyvehistorisk Klub“ mit zwei großen Hallen und einer Werkstatt mit vielen alten, größtenteils flugtauglichen Segelflugzeugen, eine Art fliegendes Museum. Auf getrennten Startbahnen wurden 167 Flugzeugschlepps und 388 Windenstarts durchgeführt, dazwischen bot eine große Landebahn genug Platz für alle landenden Flugzeuge, die von den freiwilligen Helfern gleich wieder zurückgeschleppt wurden. Und wirklich alle haben sich gefreut, die SB10 einmal aus der Nähe zu erleben; nicht nur die VGC-Teilnehmer vor Ort, sondern sogar etliche Modellflieger und interessierte Besucher aus ganz Dänemark. Insgesamt haben wir mit der SB10 an den 9 Tagen 21 Windenstarts gemacht. Dabei blieb der zweite Sitz natürlich nie leer, und für manchen erfüllte sich damit ein Jugendtraum. Und auch noch ein halbes Jahrhundert nach ihrem Erstflug begeisterte die SB10 ihre (Co-)Piloten mit herausragenden Flugleistungen, gutem Steigen in der Thermik, einer sehr guten Sicht von beiden Sitzen und exzellenten Landeeigenschaften.
Ein schöner Bericht über die VGC-Rally in „Nordic Gliding“ mit vielen Bildern, auch von der SB10, gibt es hier zu finden, weitere Bilder gibt es auf der Website vom VGC. Außerdem gibt es unter diesem Link noch mehr tolle Fotos, und hier ein Album extra für die SB 10.
